Buchtipps unserer Mitarbeiter

 

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Robert Seethaler, Ein ganzes Leben
17.90 € (Hanser)

Man leget dieses schmale Buch nach der Lektüre staunend beiseite, hat man doch das Gefühl, dass man etwas Besonderes entdeckt hat. Auf etwas mehr als 150 Seiten rafft Robert Seethaler das ganze Leben des Seilbahnarbeiters Andreas Egger in wenigen einprägsamen Szenen zusammen.
Anfang des 20. Jahrhunderts führt Andreas Egger, ein schlichter Mann, in einem Bergdorf ein genügsames, pflichtbewusstes, einfaches, wenig glückliches Leben. Mit dem Bau einer Seilbahn bricht die Moderne im Dorf an und verändert das Leben der Dörfler mehr und mehr. Nur Andreas Egger bleibt was er ist, ein einfacher Tagelöhner.
In einer schlichten, konzentrierten Sprache erzählt Robert Seethaler vom Leben und Sterben vom Vergehen der Zeit, vom kleinen Glück und vom großen Unglück.
Nach dem „Trafikanten“ ist ihm ein weiteres schönes, unbedingt lesenswertes Buch gelungen.

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Philipp Meyer, Der erste Sohn
€ 24.99 (Knaus)

Philipp Meyers Debüt "Rost" war ein Roman über den Niedergang der Arbeiterklasse am Beispiel der Stahlindustrie, der von der Kritik gefeiert wurde. Mit "Der erste Sohn" hat er nun ein Werk vorgelegt, dass seinen ebenso ambitionierten wie beeindruckenden Vorgänger noch in den Schatten stellt. Man kann durchaus von einem großen Wurf sprechen.
"Die Griechen hatten die Odyssee, die Römer die Aeneis, die Amerikaner die Besiedlung des Westens.", so der Autor.
Im Mittelpunkt stehen Aufstieg und Fall des McCullough-Clans, verknüpft mit 150 Jahren texanischer und amerikanischer Geschichte.
Da wäre zum einen Eli McCullough, der titelgebende "erste Sohn" der neugegründeten Republik Texas, der als Heranwachsender von Comanchen entführt wird, bei diesen aufwächst und sich später den Texas Rangern anschließt, da dies seiner vertrauten Lebensweise am nächsten kommt. Wer früher gern Karl May gelesen hat, wird sich dem Sog dieser spannenden, abenteurlichen und auch blutrünstigen Passagen nicht entziehen können, zumal hier jegliche Verklärung, Schwarz-Weiß-Malerei und Wild-West-Romantik fehlt, was diesen Titel natürlich in einer völlig anderen Liga spielen lässt.
Mittels Tagebucheinträgen kommt Elis Sohn Peter zu Wort, ein Schwächling in den Augen seines Vaters. Die Familie bewirtschaftet mittlerweile eine riesige Rinder-Ranch und gerät in Streit mit den mexikanischen Nachbarn, die kurzerhand massakriert werden. Desweiteren steht die Urenkelin Jeanne Anne im Fokus, eine geschäftstüchtige Frau, die sich in der männerdominierten Gesellschaft der Rinderzüchter und Ölbarone behaupten muss.
Die ständigen Perspektivwechsel, die vielschichtigen Charaktere und der spannende historische Hintergrund machen diesen 600 Seiten Roman zu einem kurzweiligen Schmöker, dem man viele Leser wünscht!

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Anne von Canal, Der Grund
20.00 € (Mare)

Dieses Buch hat mich sehr bewegt und berührt.
Es ist die Geschichte eines jungen Mannes aus begütertem Haus.  Der Vater  ist ein angesehener Chirurg und als Familienoberhaut sehr dominant. Die Mutter eine etwas überspannte, ehemalige Opernsängerin. Während der Vater eine Karriere als Arzt für Lauris, seinen Sohn, vorsieht, hat der nur einen großen Traum, er möchte Konzertpianist werden.
Das Ziel scheint auch zum Greifen nahe, doch es kommt alles anders und er wird Gynäkologe. Bis zu seinem 25. Hochzeitstag lebt er glücklich und zufrieden mit seiner großen Liebe Silja und ihrer gemeinsamen Tochter Liis. An diesem Festtag muss erfahren, dass sein Vater sein Leben viel mehr beeinflusst und gelenkt hat, als ihm bewusst war.
In seiner Enttäuschung und Wut trifft er eine verhängnisvolle, tragische Entscheidung.
Ich habe dieses Buch fast atemlos gelesen.  Das Thema: „Wie oft kann man einem Menschen den Boden unter den Füßen entziehen, und wie oft beginnt er dann wieder von vorne?“ wird spannend, teilweise auch sehr berührend und sprachlich überaus gelungen behandelt. Ein Buch, das mich sicher lange begleiten wird.

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Upton Sinclair, Der Dschungel
€ 13.95 (Unionsverlag)

Vor über hundert erschien der Roman "Der Dschungel" und hat bis heute nichts an seiner Wucht eingebüßt. Upton Sinclair veröffentlichte die Geschichte 1906 und prangerte mit seinem Werk die Arbeits- und Lebensverhältnisse im Schlachthofviertel von Chicago an. Die Geschichte schlug damals ein wie eine Bombe und führte zu einer Reihe von Reformen in diesem Industriezweig.
Nach fast zwanzig Jahren ist das Buch wieder auf Deutsch erhältlich und fesselt immer noch, gerade im aktuellen Hinblick auf Themen wie Leiharbeiter und Mindestlohn.
Erzählt wird die Geschichte eines jungen Litauers, der mit seiner Familie in die USA auswandert. Die Hoffnung auf ein besseres Leben endet sehr schnell in den Knochenmühlen der großen Schlachthöfe Chicagos, in denen menschenunwürdige Verhältnisse herrschen. Die Menschen werden ausgebeutet, leben und arbeiten unter katastrophalen hygienischen Bedingungen und werden immer wieder von Betrügern geprellt. Nach einer Reihe von Schicksalsschlägen zerbricht die Familie und wird von der gnadenlose Walze des Kapitalismus überrollt. Ein phänomenaler und aufrüttelnder Roman, der zeigt, wie leicht aus einem Traum ein Kampf ums tägliche Überleben werden kann.

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Meike Winnemuth, Das grosse Los
€ 9.99 (Btb)

„Der Weg entsteht beim Gehen“
Ohne Plan, aber mit 500 000 € begibt sich Frau, 50, Single, keine Kinder, auf eine Weltreise. 12 Städte in 12 Monaten, dem großen Los bei Günther Jauch folgt das große los geht’s. Eine abenteuerliche Reise nicht nur um den Globus, sondern auch zu sich selbst.
Als Fazit bleibt: „Nicht lange schnacken, Koffer packen!“.

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Buchcover Bild Buchtipp von Tina Drexler

Dani Atkins, Die Achse meiner Welt
9.99 € (Knaur)

Was würden sie tun, wenn ihnen das Leben eine zweite Chance gäbe? Rachel erwacht nach einem schweren Sturz und ihr Leben ist plötzlich so, wie sie es sich immer erträumt hatte. Wie kann das sein? Eine mitreißende Geschichte über Liebe, Familie und Identität. Für alle Leser/innen von Jojo Moyes. Lassen sie sich verwirren und verzaubern.

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Buchcover Bild Buchtipp von Ruben Schömers

Erik Axl Sund, Krähenmädchen
€ 12.99 (Goldmann)

Eine Serie von Leichenfunden bringen eine Kommissarin und eine Psychologin an die Grenze der Belastbarkeit. Wo ist die Verbindung zwischen ihnen und wie viel Leid kann ein Mensch ertragen? Ein atemberaubender Thriller mit Gänsehaut-Faktor und der Auftakt zu einer verheißungsvollen Trilogie. Stieg Larsson lässt grüssen.

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Buchcover Bild Buchtipp von Sibylle Mockler

Taiye Selasi, Diese Dinge geschehen nicht einfach so
10.99 € (S. Fischer)

Wenn sie Bücher über fremde Kulturen und eine besondere Sprachen mögen, dann wird ihnen dieses Buch gefallen. Das Schicksal dieser afrikanischen, gut ausgebildeten, intellektuellen Einwandererfamilie in den USA hat mich fasziniert. Eine Familie, die scheinbar alles richtig macht und trotzdem den Zusammenhalt verliert. Erst der Tod des Vaters und eine Reise nach Ghana ermöglichen den Neubeginn.

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Cover M. LätzschBuchtipp von Matthias Lätzsch

Terry Hayes, Faceless
Der Tod hat kein Gesicht
€ 14.99 (Page&Turner)

Faceless beginnt mit dem perfektem Verbrechen. Der Mörder benutzt ein Kriminalistik Lehrbuch, um sachgerecht alle Spuren zu verwischen. Der Autor des Lehrbuchs, Agent Pilgrim,  war in einer Geheimdienstorganisation tätig, die nur Devision genannt wird und allein dem US Präsidenten unterstellt gewesen ist. Nach 9/11 wird diese Organisation aufgelöst. In seinem Zwangsruhestand kommt ihm die Idee, das bewußte Lehrbuch zu verfassen. Da er ein solch genialer Ermittler ist, wird er bei dem perfekten Verbrechen hinzugezogen und damit beginnt ein Fall, der viel weiter reicht als zu erwarten war. Denn parallel hat ein ehemaliger afghanischer Freiheitskämpfer im Alleingang einen Virus waffenfähig gemacht und ist bereit, diesen einzusetzen. Agent Pilgrim ist der einzige Mensch, der die Vernichtung der Welt noch verhindern kann und muss dafür beide zusammenhängenden Ereignisse aufklären.  Es handelt sich hier um einen toll konzipierten Spionage-Verschwörungs-Action-Thriller.

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Buchcover Bild Buchtipp von Sophia Paramalingam

Jojo Moyes,
Weit weg und ganz nah

€ 14.99 (rowohlt Polaris)

Jess ist alleinerziehend, jobbt in einer Bar und putzt nebenher noch die Ferienresidenzen reicher Leute. Ihr Sohn Nicky, wird von Nachbarskindern gemobbt und verprügelt und ihrer mathematikbegabten Tochter Tanzie droht das Gleiche. Als Tanzie die Chance bekommt, durch Teilnahme und Gewinn bei einer Mathe-Olympiade sich eine bessere Schule zu finanzieren, versucht Jess alles, um ihrer Tochter diesen großen Traum zu ermöglichen. Dazu nimmt die sonst moralisch korrekte Jess auch das Geld, das einem ihrer Arbeitgeber aus der Tasche fällt. Unerwarteterweise ist es aber genau der, der ihr anbietet, sie und ihre Kinder nach Schottland zur Olympiade zu fahren. Ed Nicholls, einst erfolgreicher Unternehmer, wartet gerade auf sein Verfahren wegen Insiderhandels. Eigentlich will er nur weg und biete Jess seine Mithilfe auch nur aus Mitleid an. Doch owbohl alle Personen so vollkommen unterschiedlich sind, wachsen sie auf der Reise in Eds Luxusaudi auf eine ganz besondere Weise zusammen. Manche Probleme lösen sich in Luft auf, und manche scheinen schlichtweg einfach nicht mehr so wichtig zu sein. Doch was passiert wenn man sich in den Mann verliebt, den man zuvor noch bestohlen hat?  
Der 3., und meiner Meinung nach auch der beste Roman von Jojo Moyes!

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Cover M. LätzschBuchtipp von Matthias Lätzsch

Tom Hillenbrand, Drohnenland
€ 9.99 (Kiepenheuer & Witsch)

Drohnenland spielt nur wenige Jahre in der Zukunft und ist deshalb kein herkömmlicher Science-Fiction Roman. Es ist viel mehr ein klassischer Krimi, der mit den potentiellen Möglichkeiten spielt. Auf einem Feld vor den Toren Brüssels wird ein EU Abgeordneter tot aufgefunden. Ganz klassisch finden sich Polizisten und Kriminaltechniker ein, doch nicht um zu ermitteln. Sie beaufsichtigen vielmehr eine Reihe von Drohnen, die den Ort des Geschehens komplett einscannen, bis in die molekulare Ebene. Im Polizeipräsidium
setzt sich der ermittelnde Kommissar eine VR Brille auf und untersucht das virtuelle Abbild des Tatorts. Doch was passiert, wenn die Daten manipuliert wurden? Der Ermittler beginnt in der wirklichen Welt unbequeme Fragen zu stellen, was ihn in die Schußlinie des Mörders bringt. Drohnenland verbindet geschickt Technik, die es bereits gibt, mit den Möglichkeiten, die sich aus ihnen ergeben könnten.

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Noah Hawley, Der Vater des Attentäters
€ 21.90 (Nagel & Kimche)

Innerhalb von wenigen Momenten ändert sich das Leben von Paul Allen komplett. Während er mit der Familie beim Abendessen sitzt, wird das Fernsehprogramm unterbrochen und ein tödliches Attentat auf einen Präsidentschaftskandidaten gemeldet. Der mutmaßliche Schütze ist Allens Sohn aus erster Ehe, Daniel. Für den Vater beginnt ein Spießrutenlauf sondergleichen. Er wird von Regierungs- beamten zum Verhör abgeholt, die Presse belagert Haus und Familie, Freunde und Arbeitskollegen wenden sich von ihm ab. Etwas anderes wiegt für ihn aber viel schwerer.
Er kann nicht begreifen, daß sein Sohn eine derartige Tat begangen haben soll und beginnt für ihn zu kämpfen. Dabei entfernt er sich immer mehr von seiner "neuen" Familie und es scheint, daß es Allen nicht nur um die Unschuld seines Sohnes geht. Noah Hawley ist ein beeindruckendes und spannendes Drama gelungen, das bis zur letzten Seite bzw. Auflösung(?) fesselt. Es wird ein Vater gezeigt, der sich an jeden Strohhalm klammert, um seinen Sohn zu entlasten oder die Hoffnung hat, daß dieser Teil einer Verschwörung ist.

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Nadifa Mohamed,
Der Garten der verlorenen Seelen

€ 19.95 (C.H. Beck)

In Somalia, kurz vor Ausbruch des Bürgerkrieges, kreuzen sich zufällig die Wege dreier Frauen:
eine einsame Witwe wird beim Versuch ein Flüchtlingsmädchen zu schützen verhaftet und von einer ehrgeizigen Soldatin misshandelt. Ihre Lebensgeschichten erfährt der Leser dann separat. Die Witwe trauert nicht nur um den Ehemann, sondern beklagt auch den Verlust ihrer Tochter. Das Straßenkind wurde von der Mutter verlassen und findet zeitweise bei Prostituierten Unterschlupf. Die Soldatin wuchs nach der Scheidung der Eltern bei ihrem strengen Soldatenvater auf. Am Ende führt das Schicksal sie abermals zusammen und sie schließen ein ungewöhnliches Bündnis...
Ein fesselnder Roman mit einem nicht alltäglichen Schauplatz, der die Geschichte eines zerissenen Landes erzählt. Die Autorin beweist ein feines Gespür für die Charaktere und auch ihre Sprache verdient Anerkennung. Klar, präzise und somit sehr eindringlich sind die Schilderungen der alltäglichen Gewalt, denen sie nahezu poetische Betrachtungen der Umgebung gegenüberstellt.

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Thomas Glavinic,
Das größere Wunder
20.90 € (Hanser)

Der neue Roman von Thomas Glavinic spielt auf zwei Ebenen: Auf der ersten begleitet der Leser Jonas, den Protagonisten, auf den Mount Everest in die Todeszone. In Rückblenden erfährt man auf der zweiten Ebene mehr über Jonas bisheriges Leben, seine Kindheit und Jugend, seine schier endlosen Reisen. Jonas war schon immer rastlos, immer auf der Suche, nach sich selbst, nach dem großen Unbekannten, nach dem nächsten Kick, aber vor allem nach der großen Liebe, dem einzigen, wofür es sich nach Jonas Meinung zu leben lohnt.

Thomas Glavinic hat ein vielschichtiges, großartiges Buch über die Angst, die Einsamkeit, die Liebe und die Freiheit geschrieben.

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Joel Dicker,

Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert
€ 22.99 (Piper)

Das erfolgreichste Buch des letzten Jahres in Frankreich, verfasst von einem jungen Schweizer Autor, im Stil eines typisch amerikanischen Romans, hat definitiv das Zeug, auch hierzulande ein Bestseller zu werden.

In einem verschlafenen Städtchen an der Ostküste der USA werden die sterblichen Überreste eines seit über 30 Jahren verschwundenen Mädchens gefunden, ausgerechnet im Garten eines renommierten Schriftstellers. Da man in ihrer Tasche eines seiner Manuskripte findet, scheint der Fall klar. Doch nicht für seinen ehemaligen Schüler. Er setzt alles daran, die Unschuld seines Mentors zu beweisen und ermittelt auf eigene Faust. Dabei kommt so manches Geheimnis ans Licht und jede Menge Stoff für ein Buch zusammen...

Spannend, temporeich und voll unerwarteter Wendungen, ein klassischer Krimi könnte man meinen. Und doch viel mehr: Gesellschaftsroman, Entwicklungsroman, Satire auf den Literaturbetrieb?

Egal, auf jeden Fall ein Pageturner, den man nur schwer aus der Hand legen kann!

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Peter Stamm,
Nacht ist der Tag
19.99 € (S. Fischer)

Der Roman beginnt mit einem Ende. Die bekannte TV Moderatorin Gillian verliert bei einem Autounfall nicht nur ihren Mann, sondern auch ihr makelloses Gesicht. Mit dem Antlitz verliert sie auch ihr früheres Leben. „Es ist noch alles da, sagt sie, nur ich bin weg.“ Ihr Leben vor dem Unfall erscheint ihr wie eine perfekte Inszenierung, in die sie nicht mehr zurückkehren kann und will.

Der zweite Protagonist in Stamms Roman ist Hubert, ein Künstler, den Gillian in ihrem früheren Leben interviewt hat und dem sie Modell gestanden ist. Auch er steckt in einer Kreativitäts- und Schaffenskrise, auch er ist auf der Suche.

Die Frage, die Stamm bewegt ist, wie viel Neuanfang ist überhaupt möglich? Leise und unaufgeregt in schlanker fast schon puristischer Prosa schildert Stamm Begebenheiten und Charaktere, die nicht spektakulär sind, die dem Leser aber trotzdem keine Ruhe lassen.

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Favel Parrett,
Jenseits der Untiefen

€ 19.99 (Hoffmann & Campe)

Drei Brüder wachsen an der tasmanischen Küste bei ihrem Vater auf, die Mutter kam bei einem Unfall ums Leben. Ihr Leben ist geprägt vom Meer, den Gezeiten und dem rauen Klima. Muscheltauchen und Wellenreiten sind beliebte Beschäftigungen, aber auch die harte Arbeit auf dem Boot des Vaters bestimmt den Alltag. Und vor allem dessen Unberechenbarkeit, die schließlich zu einer Katastrophe führt...

Schnörkellos erzählt, entfaltet die Geschichte einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Ein schmaler Roman, der lange wirkt!!

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Stefanie de Velasco,
Tigermilch

16.99 € (Kiepenheuer & Witsch)

Ein Sommer im Leben der beiden Freundinnen Nini und Jameelah, der als großer Spaß beginnt und in einer Tragödie endet. Die zwei 14-jährigen Mädchen leben in einer Berliner Plattenbausiedlung und sind mehr oder weniger auf sich gestellt. Zwei Jugendliche jenseits der gut umsorgten Mittelschicht.
Der Sommer, in dem die beiden beschließen erwachsen zu werden endet vor ihren Augen auf dem Spielplatz ihrer Siedlung in einem schrecklichen Verbrechen. Die Autorin ist nah dran an der realen städtischen Gegenwart. Sie findet mit  ihrem schnellen, toughen, authentischen Ton die richtigen Worte und Bilder.  
Ein gelungenes literarisches Debüt durchaus mit Wolfgang Herrndorfs „Tschick“ vergleichbar.

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Gerd Ruge, Unterwegs
€ 21.90 (Hanser )

Sein Name steht für seriösen Journalismus in Nachkriegsdeutschland. Gerd Ruge hat in seiner Karriere als Auslandskorrespondent von den heißesten Plätzen des Kalten Krieges berichtet.

Anläßlich seines 85. Geburtstags blickt er auf seine politischen Laufbahn zurück, die ihn unter anderem nach Moskau, Washington und Peking führte. So war Gerd Ruge in den 50er Jahren der erste akkreditierte deutsche Journalist in der UdSSR und auch als China sich dem Westen öffnete war er dabei und berichtete aus Peking über den schleichenden Wandel, der sich dort vollzog. Nach Zwischenstationen in Washington und Bonn zog es ihn 1981 wieder zu seiner heimlichen Liebe, Moskau, zurück, wo er den langsamen Zusammenbruch der Sowjetunion hautnah miterlebte.

"Unterwegs" erzählt nicht nur Ruges Leben, sondern ist ein Stück weit auch eine Chronologie des Kalten Krieges, der das Leben in Ost und West prägte. Er beschreibt den Alltag des Auslands- korrespondenten, der häufig auf abenteuerliche Weise seine Berichte übermitteln musste. Weiterhin erzählt er auch von seinen Erlebnissen mit Politikern wie Willy Brandt, Zhou Enlai und Robert Kennedy, der Sängerin Joan Baez oder dem Schriftsteller Boris Pasternak. Diese Mischung macht das Buch zu einem kurzweiligen und spannenden Ausflug in eine Zeit, die weit weg erscheint, und doch erst vor gut 20 Jahren endete.

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Buchcover  Buchtipp von Silke Koch

Chevy Stevens, Blick in die Angst
9.99 € (Fischer Taschenbuch)

Die erfahrene Psychologin Dr. Nadine Lavoie hat eine neue Patientin: eine junge Frau, die versucht hat, Selbstmord zu begehen und die unter großen Ängsten leidet. Bei den Behandlungen stellt sich heraus, dass sie Mitglied einer Sekte ist, die großen Druck auf sie ausübt. Nadine Lavoie kennt die Gruppe nur zu gut. Als Jugendliche hat sie dort mit ihrer Mutter einige Zeit verbracht. Erstaunlicherweise kann sie sich an vieles von damals nicht erinnern. Doch je länger sie sich mit der Sekte und dem charismatischen Leiter Aaron beschäftigt, um so mehr Erinnerungen kommen wieder. Aaron ist ihr mehrfach viel zu nahe getreten und hat ganz eigene Methoden, seine Anhänger gefügig zu machen. Er schaut auch jetzt nicht einfach nur zu, wie ihm Nadine mit ihren Nachforschungen immer gefährlicher wird.....

Spannender Thriller von Chevy Stevens, die schon mit ihren ersten beiden Krimis "Still missing" und "Never knowing" für aufregende Lesestunden gesorgt hat.

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Buchcover Bild Buchtipp von Sabrina Schömers

Dina Nayeri,
Ein Teelöffel Land und Meer

€ 22.00 (mare)

Als nach dem Sturz des Schahs aus dem Iran eine islamische Republik wurde, endet die wohlbehütete, westlich orientierte Kindheit der elfjährigen Saba. Ihre Mutter und Zwillingsschwester verschwinden spurlos, Verhaftung bzw. Ertrinken werden als Ursache vermutet. Doch Saba glaubt an eine gelungene Flucht in die USA und malt sich deren Leben dort aus.

Mit ihrem Vater lebt sie nun statt in der Haupstadt Teheran in einem kleinen Dorf im Norden, wo sie Freunde und "Ersatzmütter" findet. Sie führt ein scheinbar angepasstes Leben, fertigt aber englische Vokabellisten an, hört heimlich amerikanische Musik und träumt davon, ihrer Schwester ins gelobte Land zu folgen.

Ein gelungenes Debüt, das ein lebendiges Bild des postrevolutionären Iran vermittelt und durch glaubwürdige Charaktere überzeugt!

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BuchcoverBildBuchtipp von Gabi Ensinger

J. R. Moehringer,
Knapp am Herz vorbei

€ 19.99 (S. Fischer)

J.R. Moehringer Publitzer-Preisträger hat nach Tender Bar wieder einen wunderbaren Roman geschrieben. Es ist die wahre, spannende und dramatische Lebensgeschichte des beliebtesten Bankräubers Willie Sutton. Nach 17 Jahren Gefängnis wird Willie Sutton endlich entlassen. Er geht mit einem Reporter und einem Fotografen auf die Spurensuche seiner Vergangenheit. Die Entfremdung von Mutter und Vater. Der Missbrauch durch die Geschwister. Die harte Armut in den frühen Jahren. Suttons Leben war von einer Reihe der schlimmsten wirtschaftlichen Erschütterungen in der Geschichte geprägt. Der erste Raub, dann ungefähr 200 Banküberfälle. Und immer wieder Bess, die ihm das Herz brach.

Dieses Buch ist sprachlich und stilistisch für mich das schönste Buch in diesem Lese-Frühling.

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